Britisch Kurzhaar Farben: die kurze Antwort
Neun Grundfarben, ein paar Muster, dazu ein Weissanteil – daraus entsteht alles, was du in Inseraten liest. Blau ist die häufigste Farbe, Silver Shaded und Colourpoint die teuersten. Keine einzige davon sagt dir etwas über das Wesen der Katze.
Britisch Kurzhaar Farben: neun Grundfarben, alles andere ist Kombination
Die Rasse hat neun Farben, die für sich allein stehen. Vier davon sind nichts anderes als die helle Ausgabe einer anderen. Das nennt sich Verdünnung und läuft immer nach demselben Schema ab:
- Schwarz wird zu Blau
- Chocolate wird zu Lilac
- Cinnamon wird zu Fawn
- Rot wird zu Creme
Weiss fällt aus der Reihe. Es ist keine Farbe, sondern ein Schalter: Ein einzelnes Gen legt sich über alles andere und lässt die Katze weiss erscheinen. Darunter steckt trotzdem eine der übrigen Farben.
Wenn ein Züchter von über 300 Varianten spricht, zählt er Kombinationen – Grundfarbe plus Muster plus Weissanteil plus Silber oder Gold. Du musst als Käufer keine 300 kennen. Du musst die sechs erkennen, die dir in Österreich tatsächlich angeboten werden.
Britisch Kurzhaar Blau: die bekannteste Farbe ist eigentlich grau
Blau ist die Farbe, an die fast jeder denkt, und im Wurf meistens die Mehrheit. Auf dem Foto sieht sie schlicht grau aus, mal hell wie Schiefer, mal fast taubenblau. Entscheidend ist nicht der Ton, sondern dass er gleichmässig durchgefärbt ist, bis auf die Haut, ohne hellere Stellen. Dazu kommen kupferfarbene bis orange Augen.
Ein Punkt verunsichert Käufer immer wieder: Blaue Kitten zeigen oft schwache Streifen an Beinen und Schwanz. Diese Geisterzeichnung verschwindet im ersten Jahr. Wenn der Züchter sagt, das verwächst sich, hat er hier ausnahmsweise recht.
Wie sich die Katze hinter dieser Farbe verhält, hat mit ihr nichts zu tun – dazu steht alles im Charakter der Britisch Kurzhaar.

Britisch Kurzhaar Braun: gemeint ist fast immer Chocolate
Braun ist keine offizielle Farbe der Rasse. Wenn es im Inserat steht, ist in neun von zehn Fällen Chocolate gemeint: ein warmes, dunkles Braun, ebenfalls bis auf die Haut durchgefärbt. Der Rest sind Cinnamon-Katzen, die heller und rötlicher wirken, seltener vorkommen und mehr kosten.
Nebeneinander siehst du den Unterschied sofort, einzeln kaum. Deshalb der schnellste Weg: Frag nach dem Code im Stammbaum. b ist Chocolate, o ist Cinnamon. Eine Zeile, und die Frage ist erledigt.

Britisch Kurzhaar Getigert: Tabby ist der Oberbegriff, nicht das Muster
Viele schreiben getigert und meinen irgendein Streifenmuster. Fachlich heisst der Oberbegriff Tabby, und darunter liegen vier verschiedene Zeichnungen:
- Getigert (mackerel): schmale, senkrechte Streifen an den Flanken. Das ist, was die meisten meinen.
- Gestromt (classic): breite, marmorierte Bänder, an der Flanke oft ein Muster wie ein Schmetterling.
- Getupft (spotted): keine Streifen, sondern klar abgegrenzte Punkte.
- Getickt (ticked): jedes einzelne Haar ist gebändert, die Katze wirkt auf zwei Meter fast einfarbig.
Ein Merkmal haben alle vier: das M auf der Stirn. Wenn du auf dem Foto ein M siehst und im Text steht einfarbig, stimmt etwas nicht – entweder die Beschreibung oder der Stammbaum.

Britisch Kurzhaar Silver und Golden Shaded: die teuersten Farben
Silber und Gold sind keine eigenen Farben, sondern eine Schicht darüber. Gefärbt ist nur die Haarspitze, der Rest bleibt weiss (Silver) oder warm apricot (Golden). Von oben wirkt die Katze wie bepudert, in Bewegung blitzt die helle Unterwolle durch. Dazu kommen grüne Augen mit dunklem Rand.
Diese beiden sind fast überall die teuersten Varianten. Der Grund ist Nachfrage und die Tatsache, dass wenige Züchter diese Linien führen – nicht bessere Gesundheit.
Wichtig beim Kauf: Ein Shaded-Kitten mit zehn Wochen sieht der erwachsenen Katze kaum ähnlich, die Zeichnung braucht Monate. Lass dir Fotos der Elterntiere im Erwachsenenalter zeigen, nicht nur Kittenbilder.
Britisch Kurzhaar Colourpoint: helle Katze mit dunkler Maske
Beim Colourpoint sind nur die kühleren Körperstellen dunkel: Ohren, Gesicht, Pfoten, Schwanz. Der Rumpf bleibt hell, die Augen sind immer blau. Die Zeichnung stammt ursprünglich aus Einkreuzungen mit Siamkatzen.
Zwei Dinge überraschen Käufer regelmässig. Erstens kommen diese Kitten fast weiss zur Welt, die Maske entwickelt sich erst in den Wochen danach. Zweitens hängt die Färbung an der Hauttemperatur: Eine Katze, die viel im Kühlen liegt, wird über die Jahre dunkler.
Und ein Punkt, den Verkäufer selten von sich aus sagen: Nicht jeder Zuchtverband erkennt jede Point-Kombination an. Wenn dir Papiere wichtig sind, frag nach Verband und Code, bevor du anzahlst.
Britisch Kurzhaar Weiss: die einzige Farbe mit einem Gesundheitsthema
Weiss überdeckt alles andere. Manche Kitten tragen als Rest davon einen farbigen Fleck auf dem Kopf, der sich auswächst. Die Augen können blau, kupferfarben oder gemischt sein – ein blaues und ein orangefarbenes Auge nennt sich odd-eyed.
Hier liegt der einzige Punkt, an dem die Farbe medizinisch etwas bedeutet: Weisse Katzen mit blauen Augen sind häufiger von angeborener Taubheit betroffen. Bei odd-eyed Tieren kann nur das Ohr auf der blauen Seite betroffen sein. Prüfen lässt sich das mit einem BAER-Hörtest.
Frag danach. Ein Züchter, der bei dieser Frage genervt reagiert, ist der falsche Züchter – woran du eine seriöse Zucht sonst noch erkennst, steht in einem eigenen Beitrag.
Britisch Kurzhaar Farbcode im Stammbaum lesen
Seit 1993 nutzt der Dachverband FIFe ein einheitliches Kürzel, das EMS-System. Jede Rassekatze mit Papieren trägt so eine Zeile. Sie besteht aus Rasse, Grundfarbe, Zusatz, Muster und Augenfarbe – in dieser Reihenfolge. BSH steht dabei immer für Britisch Kurzhaar.
Die Grundfarbe ist immer ein Buchstabe:
| Code | Grundfarbe |
|---|---|
| n | schwarz |
| a | blau |
| b | chocolate |
| c | lilac |
| o | cinnamon |
| p | fawn |
| d | rot |
| e | creme |
| w | weiss |
Danach folgen Zusatz, Muster und zuletzt die Augenfarbe:
| Code | Bedeutung |
|---|---|
| f, g, h | Schildpatt in schwarz, blau, chocolate |
| s | silber |
| y | golden |
| 01 | van |
| 02 | harlekin |
| 03 | bicolor |
| 11 | shaded |
| 22 | gestromt |
| 23 | getigert |
| 24 | getupft |
| 25 | getickt |
| 33 | colourpoint |
| 61 | blaue Augen |
| 62 | kupferfarbene Augen |
| 63 | zwei verschiedene Augen |
| 64 | grüne Augen |
Zusammengesetzt liest sich das so:
| Im Stammbaum | Heisst |
|---|---|
| BSH a | Britisch Kurzhaar, blau, einfarbig |
| BSH n 24 62 | schwarz, getupft, kupferfarbene Augen |
| BSH ny 11 62 | schwarz mit golden, shaded, kupferfarbene Augen – im Inserat meist «black golden shaded» |
Steht im Inserat kein Code, frag danach. Wer wirklich züchtet, hat ihn im Kopf.
Britisch Kurzhaar Kitten: welche Farbe bleibt und welche sich noch ändert
- Die Grundfarbe bleibt. Aus einem blauen Kitten wird keine schwarze Katze.
- Schwache Streifen bei Blau verschwinden im ersten Jahr.
- Silber und Gold brauchen Monate, bis die Zeichnung steht.
- Point-Kitten werden dunkler, oft ihr Leben lang ein Stück weiter.
- Der farbige Fleck auf dem Kopf eines weissen Kittens wächst sich aus.
Deshalb entscheidet man sich nie nach dem Foto aus Woche vier. Wie sich in derselben Zeit auch Gewicht und Körperbau verändern, zeigt die Gewichtstabelle vom Kitten bis zum Kater.
Britisch Kurzhaar Preis nach Farbe: wofür du wirklich zahlst
Beim eingetragenen Züchter in Österreich liegst du mit Stammbaum meist zwischen 900 und 1.400 Euro – die Details stehen im Beitrag zum Preis einer Britisch Kurzhaar in Österreich. Für Silver Shaded, Golden oder Colourpoint verlangen viele Züchter mehr, teils einige hundert Euro.
Dieser Aufpreis kauft dir Optik. Sonst nichts. Er kauft keine bessere Gesundheit, keine längere Lebenserwartung und kein anhänglicheres Tier. Wenn du dasselbe Geld anders einsetzen willst: Frag nach dem HCM-Ultraschall der Elterntiere und dem PKD-Test. Das entscheidet über das Leben deiner Katze mehr als jede Fellfarbe.
Farbe und Charakter: der Irrtum, den du dir sparen kannst
In Foren liest du, blaue Britisch Kurzhaar seien ruhiger und rote frecher. Beleg dafür gibt es keinen. Was das Wesen einer Katze prägt, sind die Zuchtlinie und die ersten zwölf Wochen: ob sie im Wohnzimmer aufgewachsen ist oder in einem Nebenraum, ob sie Staubsauger, Besuch und Kinderstimmen kennt.
Nimm also ruhig die Farbe, die dir gefällt – dafür ist sie da. Und schau dann auf Herzuntersuchung, Papiere und Aufzucht. Diese drei Dinge merkst du jeden Tag, die Farbe nur auf Fotos.
Häufige Fragen zu den Farben der Britisch Kurzhaar
Wie viele Farben hat die Britisch Kurzhaar?
Neun Grundfarben: Schwarz, Blau, Chocolate, Lilac, Cinnamon, Fawn, Rot, Creme und Weiss. Alles darüber hinaus sind Kombinationen aus Muster, Weissanteil, Silber oder Gold. Zählt man die mit, kommen Züchter auf über 300 Varianten.
Welche Britisch Kurzhaar Farbe ist die häufigste?
Blau, also das gleichmässige Grau mit kupferfarbenen Augen. Es ist die Farbe, an die fast jeder denkt, und in den meisten Würfen die Mehrheit.
Welche Farbe der Britisch Kurzhaar ist die teuerste?
In der Regel Silver und Golden Shaded, dahinter Colourpoint und Cinnamon. Das liegt an der Nachfrage und daran, dass weniger Züchter diese Linien führen – nicht daran, dass die Katze gesünder oder anhänglicher wäre.
Ändert sich die Fellfarbe bei einem BKH-Kitten noch?
Das Muster schon, die Grundfarbe fast nie. Blaue Kitten zeigen oft schwache Streifen, die im ersten Jahr verschwinden. Silber und Gold entwickeln sich erst mit Monaten, und Colourpoint-Kitten kommen fast weiss zur Welt und bekommen die Maske später.
Hat die Fellfarbe Einfluss auf den Charakter?
Nein. Es gibt keine Studie, die eine Farbe mit einem Wesenszug verbindet. Was das Wesen prägt, sind Zuchtlinie und die ersten zwölf Wochen beim Züchter.
Sind weisse Britisch Kurzhaar öfter taub?
Weisse Katzen mit blauen Augen tragen ein erhöhtes Risiko für angeborene Taubheit, bei einem blauen Auge kann auch nur das Ohr auf dieser Seite betroffen sein. Seriöse Züchter lassen das mit einem BAER-Hörtest prüfen und sagen dir das Ergebnis ungefragt.

