Britisch Kurzhaar Katze

Allgemeines zur Britisch Kurzhaar Katze

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Die Britisch Kurzhaar (Abkürzung BKH) ist vielen Katzenliebhabern ein Begriff. Besonders die British Blue mit ihren gelben Augen erobert die Herzen. Die Werbung nutzt dieses Katzenimage ebenso gerne aus. Dabei hat diese Rassekatze einige züchterische Besonderheiten im Laufe des letzten Jahrhunderts hinter sich. Mittlerweile gehört die Britisch Kurzhaar zu den beliebtesten Katzen überhaupt.

Herkunft

Die römischen Besatzer brachten vermutlich diese Katzenart nach Großbritannien. Durch die Abgeschiedenheit der britischen Inseln wurde der Genpool jahrhundertelang nicht verändert. Die Nachfahren der „römischen“ Katzen waren die in Großbritannien überall verbreiteten Straßenkatzen. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde züchterisch eingegriffen. Die ersten Zuchtbucheintragungen stammen aus dem Jahr 1865. Seit damals haben die britischen Katzenzüchter gezielt den Rassetyp und die Farbgebung züchterisch beeinflusst.

Geschichte

Am 13. Juni 1871 wurde die weltweit erste Katzenausstellung organisiert. Der Initiator, Herr Harrison Weier, veranstaltete diese Ausstellung im Crystal Palace in London. Zu diesem Anlass wurde die Britisch Kurzhaar (British Shorthair) vorgestellt. Diese Rassekatze war in verschiedenen Farbvariationen vertreten. Herr Weier verfasste außerdem die ersten Zuchtstandards und teilte den Katzentyp in verschiedene Kategorien ein.

Die ersten Veränderungen in der Zucht gab es um die Jahrhundertwende. Die Vorliebe der Katzenliebhaber für die Farbe Blau wurde in der Katzenzucht berücksichtigt. Eine Variation „British Blue“ war geboren.

Nach den Kriegswirren der beiden Weltkriege waren die Bestände der Britisch Kurzhaar deutlich zurückgegangen. Die züchterischen Versuche durch Einkreuzen von „normalen“ Hauskatzen scheiterte. Das Ziel der britischen Züchter war die Stärkung der Rasse. Das Einkreuzen von Perserkatzen hatte mehr Erfolg. Die Gene der Perserkatzen sollten den Typ der British Shorthair verbessern.

Zu dem gleichen Zeitpunkt und aus denselben Gründen hatten die Züchter der Kartäuserkatze (Chartreux) ähnliche Probleme. Die französischen und britischen Züchter haben für den Erhalt der beiden Rassen (Kartäuser und Britisch Kurzhaar) beide Katzentypen vermehrt gekreuzt.

Nachteilig war, dass sich beide Rassekatzen immer ähnlicher wurden. Vor allem die typische blaue Farbgebung (British Blue und Kartäuser) stiftete Verwirrung. Der Zuchtverband FIFe (Fédération Internationale Féline) fasste 1970 beide Katzenrassen in einer Kategorie zusammen. Die Hauptkategorie war die Britisch Kurzhaar. Exemplare mit blauer Fellfärbung erhielten die Zusatzbezeichnung „Kartäuser“.

Aufgrud der vermehrten Proteste durch die Züchter der Chartreux (Kartäuserkatze) wurde die Entscheidung 1977 von der FIFe revidiert. Der Schaden bei Katzenliebhabern ist bis heute noch zu bemerken. Viele bezeichnen die blaue Britisch Kurzhaar („British Blue“) weiterhin als Kartäuser. Im Jahr 1991 wurde der Zusatz „Kartäuser“ für die blaue Britisch Kurzhaar vom 1. DEKZV abgeschafft. Der blaue „Teddy“ heißt jetzt ganz einfach BKH blau.

Beide Rassekatzen sind aufgrund der körperlichen Merkmale nicht zu verwechseln. Die British Shorthair hat einen eher massiven und gedrungenen Körperbau. Die „echte“ Kartäuser hat eine Figur wie eine Hauskatze. Auf die rassespezifischen Merkmale wird seit 1977 (Aufhebung der Entscheidung) wieder vermehrt geachtet.

In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es nochmals Unruhe unter den Rassekatzenzüchtern. Die Europäisch Kurzhaar spaltete sich von der Britisch Kurzhaar ab. Beide Katzenrassen wurden bis dahin in einer Kategorie geführt und in den Ausstellungen in der gleichen Klasse bewertet.

Aufgrund dieser Abspaltung ist in den Vereinigten Staaten die American Shorthair vertreten. Der amerikanische Zuchtverband CFA (Cat Fanciers’ Association) hat erst 1980 die Rasse Britisch Kurzhaar anerkannt.